«Durch dick und dünn»:
Dick am Radio

Ein Akzent zum Übergewicht. Gesetzt hat ihn Radio SRF 1, gestern Abend und heute Vormittag. In der Abend-Sendung «Doppelpunkt» vom 1. Dezember wurde die «Fett-Aktivistin» Melanie Dellenbach vorgestellt. Nach einer belasteten Zeit als «dickes Kind» hatte Melanie schliesslich Frieden mit ihrem Körper geschlossen und sich voll und ganz darauf konzentriert, für mehr Akzeptanz der «hochgewichtigen» Menschen – wie sie sagt – zu kämpfen. Ausserdem gegen Diskriminierung und die allgemeine Benachteiligung, der Menschen immer noch ausgesetzt sind, die nicht der vermeintlichen «Norm» entsprechen.

Unter dem Label Yes2Bodies hat sie eine Bewegung ins Leben gerufen, um übergewichtige Menschen zu motivieren, es ihr gleichzutun und sich zu ihrem voluminösen Dasein zu bekennen und den ihnen gebührenden Respekt einzufordern. Sie gibt einen Newsletter heraus und bietet Workshops an. Dabei geht es nicht nur um die Gewichtsdiskriminierung, sondern ebenso um Inclusivity, die gegenseitige Akzeptanz aller Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht oder ihrer Sexualität.

Wir hatten Melanie 2011 in unserem saps-Magazin kurz vorgestellt. Sie bot damals spezielle Bauchtanz-Kurse an: «Tribal Fusion for Beautiful Curves». Es ist bewundernswert, dass sie ihren Kampf so konsequent fortgesetzt hat… und gleichzeitig bedauerlich, dass dies immer noch nötig ist, sogar in zunehmendem Masse, dass es trotz Anstrengungen auf allen Ebenen noch immer nicht gelungen ist, der Diskriminierung von schwergewichtigen Menschen wirksam Paroli zu bieten. Ihr Bekenntnis in der Sendung «Doppelpunkt» ist absolut anregend und hörenswert.

Und am 2. Dezember wurde das Thema fortgesetzt. In der Vormittags-Rubrik «Treffpunkt» geht es um die Frage nach dem sogenannten Idealgewicht und nach der Bedeutung des Körpergewichts im Wandel der Zeit. Befragt wird u. a. der Evolutionsmediziner Prof. Frank Rühli. Reinhören lohnt sich!


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