Tofu

Warum Tofu mehr als nur Fleischersatz ist

Auch wenn seine Kritiker es nicht wahrhaben wollen: Tofu ist gesund und hat die Schweiz längst erobert. Trotzdem empfinden (und verwenden) die meisten von uns Tofu lediglich als «Fleischersatz». Warum Tofu in Wirklichkeit viel mehr kann, erfahren Sie hier. Ausserdem führen wir noch zwei gängige Mythen ad absurdum. Also, viel Spass beim Lesen!

Auch wenn Tofu hierzulande noch nicht jeder gluschtig findet: In seiner Heimat China wird er schon seit über 2000 Jahren gegessen und gilt nicht nur bei den vegetarisch lebenden Buddhisten als Grundnahrungsmittel. Doch wie stellt man Tofu eigentlich her?

So wird Tofu hergestellt

Die Herstellung von Tofu aus Sojabohnen ähnelt der von Quark aus Milch (darum auch sein Spitzname Bohnenquark). Die in Wasser eingeweichten Bohnen werden püriert und so entsteht eine Sojamilch. Anschliessend wird der Flüssigkeit Nigari (ein Meersalzextrakt) und/oder Calciumsulfat zugefügt, bis die Sojamilch ausflockt. Es entstehen Molke und Sojaeiweissflocken. Diese Flocken werden ausgepresst und zu einem Block verdichtet.

Vielfältig, vielfältiger, Tofu

In einem letzten Schritt entstehen durch das Zufügen von Gewürzen und Kräutern oder dem Räuchern verschiedene Geschmacksrichtungen, die den Tofu so vielfältig machen. Die Tofusorten unterscheiden sich aber nicht nur geschmacklich, sondern auch in ihrer Konsistenz.

Seidentofu ist weich und cremig und wird daher auch häufig für Desserts, Kuchen und auch Saucen verwendet. Der fest gepresste Tofu eignet sich besser zum Braten und Kochen. Der gefriergetrocknete Tofu, den Sie sicherlich aus der Miso-Suppe kennen, hat dagegen eine schwammartige Konsistenz. Die beliebtesten Sorten in Europa sind Naturtofu, Räuchertofu, Seidentofu und Gewürztofu.

Wenn Sie also mal Tofu probiert haben und diesen vielleicht nicht so mochten, heisst das noch lange nicht, dass Sie gar keinen Tofu mögen. Probieren Sie sich einfach mal durch das Sortiment. Denn…

Was Tofu gesund macht

Tofu ist gesund! Tofu enthält nämlich Calcium, Eisen, Magnesium, Phosphor und noch einige Vitamine (B1, B2, B6, Folsäure, E). Und es versorgt Sie mit hochwertigem pflanzlichen Eiweiss, das lange sättigt.

Ausserdem hat Tofu wenig Kalorien, weist wenig Fett auf und sogar null Cholesterin. Und damit nicht genug: Für Menschen mit Lebensmittelallergien oder Unverträglichkeiten könnte interessant sein, dass Tofu weder Laktose noch Gluten enthält.

Stichwort Laktose: Für wen der Mandeldrink eine gute Alternative ist

Mythos 1: Tofu macht Männerbrust

Immer wieder hört man (fleischliebende) Menschen sagen, dass Tofu den Hormonhaushalt durcheinanderbringen soll und bei Männern sogar zur Verweiblichung führen könne. Die Schuldigen seien auch schon identifiziert: die im Tofu enthaltenen Isoflavone (auch Phytoöstrogen). Doch was ist dran an dieser Behauptung? Nichts.

Ja, Isoflavone erinnern in ihrer Struktur an Östrogen und wirken ähnlich wie das wichtigste weibliche Sexualhormon. Aber: Isoflavone können auch eine entgegengesetzte Wirkung entfalten, sind in ihrer Wirkung allgemein deutlich schwächer und schlussendlich definitiv nicht mit dem Östrogen identisch. Also liebe Männer, keine Sorgen: Durch den Verzehr von Tofu wird Ihnen kein Busen wachsen.

Mythos 2: Tofu ist genmanipuliert

Ausserdem lautet ein gängiges Vorurteil, dass es sich bei Tofu um ein genmanipuliertes Lebensmittel handelt. Zwar sind rund 90 % des weltweit angepflanzten Sojas tatsächlich genmanipuliert. Dieses Soja wird allerdings nur für die Tierfütterung genutzt und nicht, um Sojaprodukte für den direkten Verzehr von Menschen (wie eben Tofu) herzustellen. Das gilt übrigens für Bio-Tofu gleichermassen wie auch für konventionell erzeugten.