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«Durch dick & dünn»:
Fettlawine

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«Durch dick & dünn»:
Fettlawine


Dr. Heinrich von Grünigen ist nicht nur eine Radiolegende, sondern auch bekannt für seinen Kampf gegen das Übergewicht. Und das sowohl als Präsident der Schweizerischen Adipositas-Stiftung (SAPS) wie auch als Privatperson. Viel Spass mit der neuen Folge seiner eBalance-Kolumne «Durch dick & dünn»!


Es kommt etwas auf uns zu. Eine gewaltige Fettlawine sei im Anrollen. Sie kommt diesmal von Osten, wo auch das Virus herkam: aus China. Die Jugendlichen in China werden explosionsartig dicker. Ursache für dieses Phänomen sind zwei Faktoren: zum einen ist es die zunehmende Verbreitung von Fastfood-Angeboten, die bei den Jungen besonders beliebt sind, zum anderen der Verzicht auf körperliche Betätigung zugunsten von Videospielen, die immer mehr Raum in der Freizeit einnehmen.

Diese Fakten wurden in einer eindrücklichen TV-Dokumentation auf ZDFinfo dargelegt. Begleitet wird ein 16-Jähriger, der seine Ferien in einem Bootcamp zum Abnehmen verbringt: mit militärischem Drill und martialischer Härte werden die übergewichtigen und z. T. schwer adipösen Kids geschlaucht. Neben körperlicher Aktivität – sechs Stunden Training pro Tag – gibt es Aufklärung und Essenskunde sowie eine äusserst karge Verpflegung. In vier Wochen nimmt der Junge 16 Kilo ab. Ob er sie später, zu Hause, noch halten kann, ist eine andere Frage, er ist bereits einmal gescheitert und hat nach dem Camp in kurzer Zeit alles wieder zugenommen.

Gezeigt werden daneben auch weitere Therapiemethoden. So etwa eine Kur mit Akupunktur (lange Nadeln durchdringen die Fettschicht am Bauch) und mit Schröpfglocken, von denen einer jungen Frau 16 Stück auf den Rücken gesetzt werden: Das soll nach Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) die Zirkulation und den Stoffwechsel ankurbeln. Bei der gezeigten Probandin hilft die Behandlung allerdings nichts…

In krassem Kontrast zu diesen städtischen Phänomenen steht das Leben auf dem Lande, wo Gemüse noch von Hand geerntet wird, reinstes Bio, direkt in die Gastronomie geliefert und vor Ort zubereitet, wo bloss einmal die Woche Fleisch auf den Tisch kommt und kaum jemand übergewichtig ist.

Aber der Trend in den Städten Chinas scheint sich unaufhaltsam auszubreiten: kitschig eingefärbte Hamburger mit fetttriefendem Inhalt, mit wesentlich mehr Kalorien als das Original in USA… dafür schwärmen die Kids. Und die staatlich verordnete Ein-Kind-Begrenzung pro Familie hat dazu geführt, dass dieses eine Kind sowohl von den Eltern wie auch von den Grosseltern kulinarisch verwöhnt und bei jeder Gelegenheit regelrecht gemästet wird.

Abhilfe ist nicht in Sicht. Noch nicht. Das Problem ist erkannt, aber eine Strategie, um ihm zu begegnen, gibt es nicht. Die Fettlawine rollt. Und hier geht es zum Film.

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