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Metabolic Balance – kann man mit dem Stoffwechselprogramm wirklich abnehmen?

Metabolic Balance – kann man mit dem Stoffwechselprogramm wirklich abnehmen?

Metabolic Balance – kann man mit dem Stoffwechselprogramm wirklich abnehmen?


Bei «Metabolic Balance» bestimmt ein individueller Ernährungsplan, welche Lebensmittel während der Diätphase erlaubt sind und welche nicht. Aber auch darüber hinaus gelten einige Verhaltensregeln rund ums Essen – und das dauerhaft. eBalance stellt das Programm vor und erklärt, warum es von unabhängigen Experten immer wieder kritisiert wird.


Das Diätkonzept «Metabolic Balance» will durch eine Ernährungsumstellung den Stoffwechsel ankurbeln und so die Pfunde purzeln lassen. Ausserdem verspricht das Programm eine Reihe willkommener Nebeneffekte – darunter schönere Haut, besseren Schlaf, Vitalität und einen ausgeglicheneren Hormonhaushalt. Das würden Sie bestimmt gern unverbindlich ausprobieren, oder?

So einfach geht das aber nicht. Die deutsche Metabolic Balance GmbH bietet ihr patentiertes Programm nur für zahlende Kunden an. Davon gibt es immer mehr – deshalb wird in bereits mehr als 30 Ländern (auch in der Schweiz) Personal für die Umsetzung des Vier-Phasen-Konzepts ausgebildet. Lesen Sie im Folgenden, wie und vor allem ob das funktioniert. 


Inhaltsverzeichnis


Am Anfang des Programms steht ein Bluttest

Ist kundenseitig der Wille zum Abnehmen gefasst (und bezahlt), braucht es zum Start des Stoffwechselprogramms zunächst einen Bluttest. Wie bei einigen anderen Abnehmmethoden auch, nimmt hier das Insulinverhalten* eine wichtige Rolle ein. Neben den ermittelten Blutwerten spielen bei Metabolic Balance auch persönliche Vorlieben, Abneigungen und Unverträglichkeiten der Teilnehmer eine Rolle. Auf Basis all dieser Daten bekommt man per Computerprogramm einen individuellen Ernährungsplan zusammengestellt. Dieser definiert auch, wie viel Flüssigkeit man am Tag zu sich nehmen muss.

*Was Insulin so wichtig macht

Das Hormon Insulin ist wichtig für den menschlichen Stoffwechsel. Es trägt u. a. dazu bei, dass Zucker in die Zellen transportiert und dort z. B. zur Aktivierung der Muskeln genutzt werden kann. Unmittelbar wird die Stärke der Insulinausschüttung davon beeinflusst, was wir zu uns nehmen. Im Sinne eines regulierten Blutzuckerspiegels, und in der Konsequenz für die gesamte Stoffwechselgesundheit (sowie das Gewicht), ist ein eher niedriger Insulinspiegel erstrebenswert. Steigt er immer wieder an, kann das etwa Heisshunger begünstigen und auf Dauer verschiedene Funktionsstörungen und Erkrankungen nach sich ziehen.

Auch interessant: Schon wer so wenig abnimmt, halbiert sein Diabetes-Risiko

Stoffwechselprogramm durchläuft vier Phasen

Metabolic Balance arbeitet grundsätzlich in vier verschiedenen Phasen, in denen der Körper schrittweise auf die neue Ernährungsweise umgestellt wird. Diese soll dann – laut einer Pressemitteilung des Unternehmens – auch für das optische Erscheinungsbild einen «regelrechten Jungbrunnen» darstellen. Verschiedene Vitalstoffe würden zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen und die Haut straff, geschmeidig und insgesamt frischer aussehen lassen.

Vor allem geht es aber natürlich darum, schnell und nachhaltig an Gewicht zu verlieren. eBalance hat das Programm für Sie auseinandergenommen.

Phase 1: Entlastungsphase

In der ersten Phase wird der Körper «entlastet»: per Darmentleerung. Die geschieht im Verlauf von zwei Tagen durch eine spezielle Ernährungsweise und manchmal sogar mithilfe milder Abführmittel.  

Phase 2: Strenge Umstellungsphase 

In der zweiten Phase wird die Ernährung umgestellt. In dieser Zeit (zwei Wochen) befolgen Teilnehmer einen strikten Plan, der vorschreibt, wann, wie oft und was sie essen dürfen. Die Kalorienanzahl ist stark begrenzt.

Phase 3: Gelockerte Umstellungsphase 

In Phase drei wird der Ernährungsplan wieder gelockert. So dürfen an einigen Tagen die Mengenangaben überschritten werden, auch Alkohol ist teilweise gestattet. In dieser Umstellungsphase beobachten die Frauen und Männer, wie ihr Körper auf neue Lebensmittel reagiert. Sie dauert so lange, bis das anfängliche Wunschgewicht erreicht ist. 

Phase 4: Erhaltungsphase 

In der vierten Phase sind alle Nahrungsmittel wieder erlaubt. Von Normalität kann dennoch nicht die Rede sein. Wollen die Teilnehmer ihr Gewicht halten, gelte es nämlich bis auf Weiteres, acht konkrete Regeln zu befolgen. Und die sind nicht ohne.

Diese acht Metabolic-Balance-Regeln gelten dauerhaft

  • Regel 1: Am Tag werden maximal drei Mahlzeiten zu sich genommen.
  • Regel 2: Halten Sie nach jeder Mahlzeit fünf Stunden bis zur nächsten ein. In der Zwischenzeit soll der Insulinspiegel absinken und folglich mehr Fettverbrennung stattfinden können.
  • Regel 3: Die einzelnen Mahlzeiten dürfen maximal eine Stunde lang dauern.
  • Regel 4: Fangen Sie beim Essen mit dem Eiweissbestandteil der Mahlzeit an. Also zuerst ein paar Bissen vom Pouletfilet nehmen und danach eine Gabel von den Beilagen. Die Theorie dahinter: Dadurch, dass zuerst Eiweiss im Magen ankommt, soll die Produktion des eiweissverdauenden Hormons Glukagon angeregt werden. Dies stosse wiederum die Fettverbrennung an und halte den Insulinausstoss im Zaum.
  • Regel 5: Jede Mahlzeit sollte nur eine Art von Eiweissquelle enthalten – also z. B. Schweinsfilet ODER ein Milchprodukt. Als Erklärung führt der Hersteller die unterschiedlichen biologischen Wertigkeiten der verschiedenen Lebensmittel an. Durch ihre Kombination wäre die Verwertbarkeit der enthaltenen Aminosäuren für den Körper erschwert.
  • Regel 6: Nehmen Sie nach 21 Uhr möglichst nichts mehr zu sich. Wie schon bei Regel 2 geht es hierbei darum, durch lange Phasen des Nichtessens einen günstigen Effekt auf die Insulinausschüttung, sprich den Blutzuckerspiegel, zu erzielen.
  • Regel 7: Führen Sie sich täglich die Flüssigkeitsmenge zu, die das Programm für Ihren individuellen Tagesbedarf ermittelt hat. Viel zu trinken, soll Entgiftungsprozesse unterstützen und Stoffe, die dem Abnehmerfolg entgegenwirken können, aus dem Körper schwemmen.
  • Regel 8: Essen Sie Obst – aber nur zu den Mahlzeiten oder unmittelbar danach. Das Metabolic-Balance-Programm empfiehlt vor allem Äpfel aufgrund ihrer harnsäure- und cholesterinsenkenden Wirkung, der enthaltenen Vitamine und Pflanzenstoffe.

Kritik: Gutes Marketing statt echter «Geheimformel»

Seit der Einführung im Jahr 2002 wurde immer wieder Kritik am Diätmodell laut (warum wir generell von Diäten abraten, können Sie hier nachlesen). Vor allem am Bluttest. Marc Donath etwa, Endokrinologe am Universitätsspital Basel, verwies gegenüber dem Tages-Anzeiger auf verschiedene Gefahren derartiger Messungen, wenn die Blutbilder von nicht ausreichend qualifiziertem Personal interpretiert würden. Tatsächlich dauert die Ausbildung zum Metabolic-Balance-Berater – auch ohne Vorkenntnisse im Gesundheitsbereich – gerade mal 17 Tage. Verschiedene Experten bemängeln, dass das gesamte Konzept eher auf gutem Marketing statt auf einer wirklich wirksamen ernährungswissenschaftlichen «Geheimformel» basiert. 

Was sagt der eBalance-Stoffwechselexperte zu Metabolic Balance?

Der eBalance-Stoffwechselexperte Dr. Philippe Beissner warnt ausdrücklich vor der Diät. Das Programm sei aus ökonomischer Sicht deutlich ergiebiger als aus medizinischer. So kosten Bluttest und Beratung in der Schweiz zwischen 499 und 749 Franken – am meisten bezahlt, wer mit der Methode mehr als 15 Kilo abnehmen möchte. 

Daneben bemängelt Beissner die fehlende Transparenz. Bekannt ist, dass hinter dem Programm zur Erstellung der individuellen Ernährungspläne der deutsche Internist und Ernährungsmediziner Dr. Wolf Funfack und die Ernährungstechnikerin Silvia Bürkle stecken. Jedoch geben sie die genauen Funktionsmechanismen und Kriterien nicht preis, nach denen ihre Erfindung arbeitet. Zwar sei es möglich, innerhalb von kurzer Zeit einige Kilos abzunehmen, so Beissner. Werde die Ernährung aber nicht langfristig umgestellt, sei der Jo-Jo-Effekt sicher. «Massnahmen zur Gewichtsreduktion müssen folgende Grundvoraussetzungen erfüllen: Sie müssen langfristig (sprich über Jahre) wirksam, sicher und im Alltag durchführbar sein. Eine Einmal-Lösung ohne Nebenwirkungen, die für alle funktioniert, gibt es nicht.»

Unser Fazit

Ob man die Metabolic-Balance-Diät ausprobieren möchte oder nicht, ist selbstverständlich jedem selbst überlassen, auch wenn viele Experten davon abraten. Fest steht aber: Mit einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend Bewegung und einer gesunden Einstellung zu Ihrem Körper werden Sie auf lange Sicht wohl noch grössere Erfolge erzielen können, ohne sich ein Leben lang an restriktive Regeln halten zu müssen!

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