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Ernährungsmythos: Führt dauerhafter Stress zu Übergewicht?

Ernährungsmythos: Führt dauerhafter Stress zu Übergewicht?

Ernährungsmythos: Führt dauerhafter Stress zu Übergewicht?


Haben Sie viel Stress? Dann sind Sie ein typischer Kandidat für die Entwicklung von Übergewicht – so jedenfalls eine verbreitete Annahme. Ob Stress wirklich dick macht (und ggf. warum), lesen Sie bei eBalance.


Ja, Stress kann tatsächlich Übergewicht begünstigen. Dies hat zum einen einfache verhaltensbedingte Gründe und ist zum anderen mit Stoffwechselprozessen zu erklären. Beides führen wir im Folgenden genauer aus.


Inhaltsverzeichnis


Wer gestresst ist, neigt eher zu ungesunder Ernährung

Wer gestresst ist, hat oft keine Zeit zum Kochen oder für ein gemütliches Mittagessen im Restaurant. Dabei ist bekannt: Zwischen dem Moment, in dem eine Sättigung erreicht ist, und der Übertragung dieser Information ans Gehirn können rund 20 Minuten vergehen. Es kann somit gut passieren, dass hastige Esser mehr Nahrung zu sich genommen haben, als nötig gewesen wäre. Zudem sind schnell erhältliche Take-Away-Mahlzeiten ( = Fastfood) häufig sehr fett- und kalorienreich.

Und apropos Fett und Kalorien. Unter Stress neigen Menschen zu einem emotionsgesteuerten Essverhalten. Typischerweise wird dann zu Naschereien gegriffen, die den Körper mit schneller Energie versorgen sollen und das Belohnungszentrum im Gehirn stimulieren.

Viel Stress, wenig Zeit für Bewegung

Zusätzlich kann ein hektischer Alltag bedeuten, dass die Zeit für Sport und Bewegung fehlt. Oder anders gesagt: dass man sich nach getaner Arbeit nicht mehr aufraffen will. Dabei ist körperliche Aktivität wichtig für einen gesunden Körper – und gerade im Zusammenhang mit dem Gewicht von zentraler Rolle für eine günstige Energiebilanz. Durch ausreichend Bewegung liesse sich auch oben geschildertes Essverhalten besser kompensieren.

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Weiterhin ist Sport eine gute Möglichkeit, um Stress abzubauen. Vor allem bei Ausdauersportarten (z. B. Nordic Walking, Joggen und Radfahren) werden Glückshormone wie Endorphine und Serotonin ausgeschüttet, wodurch der Ausstoss von Stresshormonen zurückgeht. Achten Sie jedoch darauf, sich nicht zu überanstrengen – sonst verursacht die vermeintliche «Stressabbau»-Massnahme schnell neuen Stress.

Stresshormon Cortisol kann Kalorienverbrauch drosseln

Im Rahmen einer Studie der Ohio State University sollten Frauen Lebensmittel mit viel Fett zu sich zu nehmen. Die Forscher untersuchten, wie schnell die Probandinnen die aufgenommen Kalorien verbrannten. Ausserdem massen sie den Insulin-, Cortisol- und Blutzuckerspiegel sowie die Blutfettwerte der Frauen. Es zeigte sich: Diejenigen von ihnen, die am Vortag unter Stress gelitten hatten, verbrannten innerhalb von sieben Stunden rund 100 Kalorien weniger als die nicht gestressten Frauen.

Eine Studie aus Grossbritannien spricht eine ähnliche Sprache. Hier hatten Wissenschafter umfangreiche Daten der «English Longitudinal Study of Ageing» ( = multidisziplinäre Längsschnittstudie der britischen Bevölkerung über 50) auf einen Zusammenhang zwischen dem Stresshormon Cortisol und Übergewicht analysiert. Dabei stellten sie fest, dass bei Probanden mit höheren Cortisolwerten auch der Body-Mass-Index tendenziell höher war. Vereinfacht gesagt: Gestresste Menschen wiegen mehr.

Erhöhter Insulinspiegel hemmt die Fettverbrennung

Es könnte sein, dass Cortisol den Körper in Alarmbereitschaft versetzt. Dadurch würde Fett schnell in Energie umgewandelt und der Körper nach Möglichkeiten suchen, vorsorglich seine Fettdepos aufzufüllen.

Bekannt ist auch, dass eine erhöhte Cortisolausschüttung im Körper den Insulinspiegel im Blut ansteigen lässt. Das zeigt Auswirkungen auf die Fettverbrennung. Denn aufgrund der hohen Insulinwerte wird den Fettzellen signalisiert, es sei genügend Zucker als Energielieferant vorhanden. In der Folge bauen sie kein Fett mehr zur Energiegewinnung ab.

Fazit

Jeder hat mal Stress. Die Frage ist bloss, wie man damit umgeht. Wenn Sie merken, dass es hektisch wird: Versuchen Sie mit aller Kraft, sich Zeitinseln zu schaffen, in denen Sie zumindest kurz durchzuatmen können. Vielleicht können Sie regelmässige Termine zur Entspannungsförderung einführen, z. B. autogenes Training oder Yoga. Und noch ein Tipp: Halten Sie sich an stressigen Tagen gesunde Snacks wie Früchte bereit. Den Schoggiriegel gönnen Sie sich lieber an Tagen, an denen der Genuss im Vordergrund stehen soll – nicht die Stressbewältigung.

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