Früher lachte Andrea Koller insgeheim ein wenig über Übergewichtige. «Ich konnte einfach nicht verstehen, dass es sich dabei um ein ernstzunehmendes Problem handelt, das man nicht in den Griff kriegt», sagt sie rückblickend.
Später lernte die Luzernerin am eigenen Leib, wie frustrierend es sein kann, gegen überschüssige Pfunde zu kämpfen.
Als vor rund sechs Jahren ein gutartiger Tumor an ihrem Oberschenkel festgestellt wurde, musste sich Andrea Koller einer Operation unterziehen. Bewegung war für lange Zeit kein Thema mehr. «Sofort nahm ich zu», erinnert sie sich. Damit begann ein Spiessrutenlauf, der ihr für die nächsten Jahre das Leben schwer machen sollte. «Als Vollzeit-Berufstätige habe ich einerseits wenig Zeit zum Essen, andrerseits fühle ich mich oft gestresst», erklärt sie. Beide Faktoren begünstigten eine Angewohnheit, die Andrea Koller heute als ihren grössten Ernährungsfehler erkannt hat: Das wahllose Essen direkt aus dem Kühlschrank. «Ich kam von der Arbeit, stellte mich in die Küche und futterte kreuz und quer durcheinander», sagt sie. So fühlte sie sich einerseits nie, als hätte sie viel gegessen oder sei richtig satt. Andrerseits hatte aber schon eine beträchtliche Anzahl Kalorien verschlungen. «Eine Fehleinschätzung war auch, dass ich stets meinte, meinen Stress mit Süssem bewältigen zu können», weiss die Poststellenleiterin heute.
Andreas Tipps:
- Je mehr man isst, desto mehr Hunger hat man. Manchmal lohnt es sich daher, weniger zu essen. Erstaunlich, wie lange man satt bleibt.
- Auch nach einer Völlerei: Immer wieder einsteigen, immer wieder neu beginnen und sich nicht entmutigen lassen. Darauf vertrauen, dass der Körper sich selber reguliert, wenn man nicht aufgibt.
- Sich keine allzu hohen Ziele stecken, die man sowieso nicht erreichen kann.
Schleichend, fast unmerklich sei ihr Gewicht gestiegen – bis auf 68 Kilos. Die 1,62 Meter grosse, zierlich gebaute Frau fühlte sich machtlos. Jeder Versuch, weniger zu essen endete mit dem Jojo-Effekt. Eine Mischung aus Frust und Resignation schlich sich in ihr Leben und legte sich wie ein Schatten über alle Bereiche.
«Vor einigen Jahren verschrieb mir ein Lifestyle-Arzt an der Goldküste in Zürich Xenical», erzählt Andrea Koller. Damit nahm sie zwar ab, hatte die Kilos aber sofort wieder auf den Hüften, als sie das Medikament wegen Problemen mit der Aorta absetzte. Ob die Erkrankung mit der Behandlung zusammenhängt, weiss sie nicht. Doch sie schwor sich, nie wieder auf Kosten der Gesundheit abnehmen zu wollen. Auch etwas anderes war ihr bewusst geworden: «Ich hatte kein bisschen über Ernährung gelernt. Wie soll man da auf Dauer das Gewicht halten können?»
Durch das FdH Magazin stiess sie im April 2007 auf eBalance. Da das Programm auf einer gesunden Ernähung aufbaut, entschloss sie sich, es auszuprobieren. «Zuerst liess ich mich von der Site inspirieren. Ich schaute die Filmbeiträge und las Testimonials. Das wirkte auf mich sehr motivierend», sagt Koller. Tatsächlich kann sie heute wieder ihre alten Hosen tragen, die sie trotz der Gewichtszunahme immer aufbewahrt hatte. «Ich bin in allen Lebensbereichen zufriedener geworden, weil ich mir keine Sorgen mehr machen muss über mein Gewicht». Dabei empfindet die junge Frau die Umstellung nicht als besonders streng: Da sie nach der Arbeit keine Motivation für Sport mehr aufbringt, ersetzt sie diesen durch das zügige Spazierengehen mit dem Hund. Schokolade isst sie fast täglich. «Allerdings nur ein Stück zum Kaffee nach dem Essen». Zwischen den Mahlzeiten verzichtet sie auf jegliche Snacks. «Das ich das kann, hätte ich mir früher nie erträumen lassen. Aber es geht. Und der Hunger kommt pünktlich zum Abendessen.»
Karolina Dankow, 2007
Hinweis: Alle Fotos sind Originalaufnahmen und wurden nicht mit Softwareprogrammen bearbeitet. Die darauf abgebildeten Personen haben ihr schriftliches Einverständnis zur Veröffentlichung gegeben. Beachten Sie, dass eine Gewichtsabnahme individuell verläuft und nicht im Einzelfall vorhergesagt werden kann.