In der zweiten Lebenshälfte nehmen Frauen und Männer mitunter zu, auch wenn sie gar nicht mehr essen als früher. Das liegt in der Regel am Stoffwechsel, der sich mit den Jahren verändert. Der Vorgang liegt also in der Natur – man ist ihm aber nicht einfach ausgeliefert.
Dennoch reagieren nicht alle gleich, wenn sich um die Hüften nach und nach Fettpölsterchen ansetzen.
Die einen ärgern sich darüber, tun aber nichts dagegen – mit der Zeit rutscht ihr Gewicht möglicherweise gar in den roten Bereich. Andere ziehen genug früh die Handbremse und finden zu einem neuen gesunden Wohlfühlgewicht, das ihrem Alter entspricht.
Etwas mehr – aber nicht zu viel
Zu ihnen gehört Christel Müller aus Meggen LU. Bis vor fünfzehn Jahren war sie stets um die 50 Kilo schlank gewesen und hatte eine 36 getragen. Als nach der Abänderung der Zeiger der Waage langsam nach oben rückte, sagte sich die heute 65-Jährige zunächst: «Ich werde jetzt halt älter und darf schon etwas mehr Gewicht haben».
Irgendwann war jedoch die 66-Kilo-Marke erreicht. Christel Müller bewegte sich damit zwar noch im Normalgewichtbereich, sie musste aber Kleidergrösse 42 kaufen und ihr Spiegelbild gefiel ihr überhaupt nicht mehr. Jetzt war Handeln angesagt. «Das Schwimmgürteli um den Bauch brauchte ich wirklich nicht», sagt sie schmunzelnd. «Schliesslich bin ich keine schlechte Schwimmerin.»
Christels Tipps:
- Auch wenn man «nur» ein paar Kilo zugenommen hat: Wenn man sich in seinem Körper nicht mehr wohlfühlt, sollte man zu seinem Abnehmwunsch stehen und ihn erfüllen.
- Das Bewegungspensum leicht erhöhen und Kalorienbomben vermeiden.
- Bei Hungergefühl in der Nacht beruhigen ein Glas Wasser oder ein halbes Naturejoghurt den Magen.
Kalorien auf die Schliche gekommen
Just in dieser Phase erzählte ihr ihre Tochter, sie habe mit eBalance drei Kilo abgenommen. Dank des Online-Abnehmprogramms, so die junge Frau zu ihrer Mutter, habe sie einen guten Ausgleich zwischen Kalorienaufnahme und -verbrauch gefunden, deshalb könne sie ihr Gewicht nun auch problemlos halten. Christel Müller zauderte nicht lange und meldete sich ebenfalls bei eBalance an.
Die ersten paar Wochen führte sie ihr Online-Tagebuch bei eBalance regelmässig und bekam dabei ein gutes Gefühl dafür, wie viel Energie in welchen Lebensmitteln steckt. Sie, die schon immer viel mit frischem Gemüse gekocht hatte, erkannte beispielsweise, «dass man bei Bio-Produkten und anderen als gesund geltenden Speisen nicht automatisch auf kalorienarm schliessen darf». Mit einer feinen Sauce, so führt sie aus, werde «selbst ein Gemüsegratin zur Kalorienbombe. Und ein Vollkorn-Guetzli ist auch nicht gerade ein Leichtgewicht.»
Essgewohnheiten adaptiert
Mit eBalance begann sie ausserdem, ihre Essgewohnheiten dem veränderten Energiebedarf ihres Körpers anzupassen. «Früher konnte ich essen, was und wie viel mich gerade gluschtete, ohne Folgen», analysiert sie. Doch nun verbrauche ihr Organismus offenbar weniger Kalorien, deshalb schöpfe sie sich bei den Mahlzeiten um rund einen Drittel kleinere Portionen. «Das reicht gut aus, um satt zu werden.»
Bei Süssem kommt sie sogar mit mehr als der Hälfte weniger aus. «Es war für mich schon fast Tradition, für das Zvieri etwas beim Bäcker einzukaufen. Stattdessen geniesse ich heute eine Frucht oder lege mir zum Kaffee zwei, drei Guetzli raus und lasste die Schachtel sofort wieder verschwinden», so Christel Müller.
«Jokertage» einkalkuliert
Beim Dessert hält sie sich ebenfalls zurück. Um nicht in Versuchung zu geraten, kauft sie gezuckertes Naschwerk gar nicht erst ein. «Und wenn wir für unsere Enkelkinder doch einmal Glace im Haus haben und mir mein Mann davon anbietet, lehne ich neun von zehn Mal dankend ab. Etwas Disziplin muss man schon haben, sonst klappt es nicht.»
Aber wird man es nicht notgedrungen irgendwann müde, sich dauernd geliebte Leckereien zu versagen? Und besteht dann nicht die Gefahr, dass man alles über den Haufen wirft und sich erst recht seinen Gelüsten ergibt? «Nein», sagt Christel Müller, «ich verzichte ja auf nichts, sondern esse bewusster und gezielter.» Dazu gehört, dass sie «Jokertage» einkalkuliert, zum Beispiel für Einladungen, bei welchen es ein feines Nachspeisenbuffet gibt. «Süsses wird so zu etwas Besonderem, dass man doppelt geniesst.»
Energieverbrauch erhöht
Auch bei der Bewegung hat Christel Müller einen neuen Weg eingeschlagen. In den ersten paar Wochen bei eBalance ging sie walken und stieg regelmässig auf den Hometrainer oder ab und an aufs Trampolin. «Dadurch erhöhte sich mein Kalorienverbrauch und ich nahm rasch ab.»
Wie sehr körperliche Aktivität ins Gewicht fällt, wurde ihr dann erst richtig vor Augen geführt, als sie den Meniskus operieren und sich danach vorerst einmal stillhalten musste. «Ich wurde sofort wieder etwas schwerer, erst als ich wieder ganz mobil war, ging es wieder runter.»
Neues Wunschgewicht erreicht
Inzwischen hat Christel Müller ihren Energiehaushalt bestens im Griff. In den Sommermonaten war ihr die Lufttemperatur oft zu heiss fürs Training, dafür sparte sie etwas mehr Kalorien bei den Mahlzeiten ein. «Bei dieser Hitze hatte man ohnehin nicht so grossen Hunger.» Jetzt, in der kühleren Jahreszeit, kommen zur Alltagsbewegung im Haushalt wieder jede Woche zwei in rassigem Tempo absolvierte einstündige Walking-Einheiten, dazu pedalt Christel Müller eine halbe Stunde auf dem Hometrainer, «danach bin ich jeweils platschnass».
Auf diese Weise schafft es Christel Müller, sich auf dem Niveau ihres heutigen Wunschgewichts – 60 Kilo – einzupendeln. «Das passt zu mir, ich brauche nicht mehr gar so schlank zu sein wie in jungen Jahren. Aber ich kann Kleidergrösse 38 tragen und fühle ich mich wieder richtig wohl.»
Jolanda Lucchini, Text und Bilder, 09.2015
Hinweis: Alle Fotos sind Originalaufnahmen und wurden nicht mit Softwareprogrammen bearbeitet. Die darauf abgebildeten Personen haben ihr schriftliches Einverständnis zur Veröffentlichung gegeben. Beachten Sie, dass eine Gewichtsabnahme individuell verläuft und nicht im Einzelfall vorhergesagt werden kann.