Warum Kohlenhydrate nicht der Feind sind

2. Juni 2026

, eBalance

Pasta, Brot oder Kartoffeln gelten heute oft als «Dickmacher». Low-Carb-Diäten boomen, und viele Menschen versuchen, Kohlenhydrate möglichst zu vermeiden. Doch sind Kohlenhydrate wirklich so schlecht wie ihr Ruf?

Kaum ein Ernährungsthema sorgt für so viele Diskussionen wie Kohlenhydrate. Während Pasta, Brot oder Kartoffeln früher selbstverständlich auf dem Teller lagen, gelten sie heute oft als «Feind». Besonders am Abend verzichten viele Leute auf Kohlenhydrate.

Aber sind Kohlenhydrate wirklich so schlecht für uns? Die kurze Antwort: Nein. Entscheidend ist nicht, ob man Kohlenhydrate isst, sondern welche und in welcher Menge. Kohlenhydrate sind eine wichtige Energiequelle und können auch beim Abnehmen Teil einer gesunden Ernährung sein.

 

Was sind Kohlenhydrate überhaupt?

Kohlenhydrate gehören neben Fett und Eiweiss zu den drei Hauptnährstoffen oder auch Makronährstoffen. Sie liefern dem Körper Energie und werden vor allem vom Gehirn und den Muskeln genutzt.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einfachen und komplexen Kohlenhydraten.

Einfache Kohlenhydrate stecken beispielsweise in Süssigkeiten, Softdrinks oder Weissbrot. Sie gelangen schnell ins Blut und lassen den Blutzucker rasch ansteigen, aber auch schnell wieder abfallen. Dadurch entsteht oft schneller wieder Hunger.

Komplexe Kohlenhydrate hingegen finden sich in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Kartoffeln oder Haferflocken. Sie enthalten meist mehr Ballaststoffe und sorgen für eine längere Sättigung.

 

Warum Kohlenhydrate oft als «schlecht» gelten

Viele Diäten basieren darauf, Kohlenhydrate stark zu reduzieren. Das funktioniert kurzfristig häufig tatsächlich, allerdings nicht unbedingt wegen der Kohlenhydrate selbst.

Wer weniger Brot, Pasta oder Snacks isst, nimmt oft automatisch weniger Kalorien zu sich. Zudem verliert der Körper anfangs Wasser, was sich schnell auf der Waage zeigt.

Das Problem: Strikte Regeln sind im Alltag oft schwer durchzuhalten. Viele Menschen bekommen Heisshunger oder fühlen sich energielos.

 

Warum der Körper Kohlenhydrate braucht

Kohlenhydrate sind die bevorzugte Energiequelle des Körpers. Besonders das Gehirn benötigt regelmässig Glukose, um optimal zu funktionieren.

Wer sehr wenig Kohlenhydrate isst, fühlt sich deshalb manchmal:

  • müde
  • gereizt
  • unkonzentriert
  • schlapp beim Sport

Gerade aktive Menschen profitieren oft davon, ausreichend Kohlenhydrate zu essen.

 

Welche Kohlenhydrate sinnvoll sind

Nicht alle Kohlenhydrate wirken gleich. Entscheidend ist die Qualität.

Günstige Quellen sind zum Beispiel:

  • Vollkornbrot
  • Haferflocken
  • Kartoffeln
  • Naturreis
  • Hülsenfrüchte
  • Früchte

Diese Lebensmittel liefern zusätzlich Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Sie sättigen länger und helfen dabei, den Blutzucker stabil zu halten.

Weniger günstig sind stark verarbeitete Produkte wie:

  • Süssigkeiten
  • Softdrinks
  • Weissbrot
  • gezuckerte Frühstückscerealien

Diese liefern oft viel Energie, aber wenig Sättigung.

 

Kohlenhydrate und Abnehmen – geht das zusammen?

Ja. Entscheidend für das Abnehmen ist langfristig die gesamte Energiebilanz und nicht ein einzelner Nährstoff.

Viele Menschen nehmen auch mit Brot, Pasta oder Kartoffeln erfolgreich ab, wenn die Mahlzeiten ausgewogen sind. Besonders hilfreich ist die Kombination mit:

  • Protein
  • Gemüse
  • gesunden Fetten

Beispielsweise sättigt Vollkornpasta mit Gemüse und Linsen deutlich besser als eine kleine Portion Pasta mit Rahmsauce allein.

 

Sind Kohlenhydrate am Abend wirklich schlecht?

Der Mythos hält sich hartnäckig: Kohlenhydrate am Abend würden direkt «als Fett gespeichert». Wissenschaftlich lässt sich das so nicht bestätigen.

Wichtiger als die Uhrzeit ist:

  • die Gesamtmenge
  • die Qualität der Lebensmittel
  • die Zusammensetzung der Mahlzeit

Wer abends ausgewogen isst und auf sein Hungergefühl achtet, muss Brot oder Kartoffeln nicht vermeiden.

 

Praktische Tipps für den Alltag

  • Setzen Sie häufiger auf Vollkorn statt Weissmehl.
  • Kombinieren Sie Kohlenhydrate mit Protein und Gemüse.
  • Essen Sie regelmässig, statt Mahlzeiten auszulassen.
  • Vermeiden Sie extremes Schwarz-Weiss-Denken.
  • Beobachten Sie, welche Mengen Ihnen persönlich guttun.

 

Fazit

Kohlenhydrate sind nicht der Feind. Entscheidend ist die Auswahl und die Balance im Alltag. Wer auf sättigende, möglichst wenig verarbeitete Kohlenhydratquellen setzt, kann Energie, Genuss und eine ausgewogene Ernährung problemlos kombinieren und das auch beim Abnehmen.

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