Es war purer Zufall: Auf einer Aktionsplattform stiess Claudia Toro anfangs 2012 auf ein Angebot für fünf Reitstunden. Sie kaufte es und löste damit eine Kettenreaktion mit vielen positiven Konsequenzen aus.
Die wichtigste für die Backoffice-Managerin aus dem sanktgallischen Arnegg: Statt 88 wiegt sie nur noch 65 Kilo. Für sie ein Happy-End, das eine lange (Leidens-)Geschichte abschliesst.
Zuerst nur im Kopf mollig
Claudia Toro wuchs in einem Haushalt auf, in dem die Regel galt: Was auf den Teller kommt, wird aufgegessen. Als Kind und vor allem als Teenager hatte sie bereits damit zu kämpfen, dass sie glaubte, sie sei zu dick und man möge sie deshalb nicht.
«Ich war ein bisschen unglücklich in meiner Haut», sagt sie. Und das hat möglicherweise dazu beigetragen, dass sie in der Pubertät dann effektiv zunahm. «Mit 16 hatte ich Kleidergrösse 46. Nun war ich wirklich übergewichtig und litt umso mehr.»
Diät-Königin
Der Stress der Lehrabschlussprüfung liess die Kilos wieder purzeln. Im darauf folgenden Auslandjahr in England legte Claudia Toro aber wieder zu, es begann ein ständiges Auf und Ab. Schier endlos scheint die Liste der Abnehmmethoden, die sie erfolglos ausprobierte. «Ich war eine richtige Diät-Königin», scherzt die 47-Jährige.
Selbst als sie ihren heutigen Mann kennen lernte und mit ihm das grosse Glück fand, gelang es ihr nicht, ihr Gewicht dauerhaft in den Griff zu bekommen. «Eigentlich bewege ich mich sehr gern, aber ich habe dieses Bedürfnis meinem Mann zuliebe lange zurückgesteckt, weil ihm körperliche Aktivität nicht viel sagt.»
Claudia Toros Tipps:
- Fressattacken vorbeugen, indem man ein kleines Schälchen mit dem Objekt der Begierde (etwa Paprika-Chips oder Guetzli) füllt, die Packung gleich wieder wegräumt und den Snack bewusst geniesst. Meist ist der «Gluscht» dann schon gestillt und man steht nicht nochmals auf, um Nachschub zu holen.
- Bei Einladungen zum Znacht tagsüber bereits Kalorien vorverbrennen, dann kann man den Abend unbekümmert geniessen.
- Eine körperliche Aktivität suchen, die Freude macht und die man dann auch entsprechend gerne ausübt.
- Sich positiv aufs Ziel einstimmen und sich sagen: Ich kann es, aber muss nicht. Das hilft locker zu bleiben.
Die Wende kam mit Ravel
Anfang 2012 gelangte Claudia Torro an einem Tiefpunkt an. Für sie war nun klar, dass sie etwas für sich und ihren Körper tun musste. Es blieb nicht bei den fünf Reitstunden: Denn ein Katzensprung von ihrem Zuhause entfernt fand die Pferdenärrin ihren «Ravel».
Der Hengst gehört einer Freundin, die zwei kleine Kinder und deshalb kaum mehr Zeit hat, ihn zu bewegen. An deren Stelle reitet nun Claudia Toro hoch zu Ross aus, fünf Tage die Woche, bei Sonnenschein und bei Regen. Damit ist für sie ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen.
Gegenseitige Akzeptanz
Ein weiterer Effekt: Die Reitausflüge bekamen Claudia Toro psychisch und physisch, motiviert beschloss sie, ihre Gewichtsprobleme endgültig anzugehen. Die Chefin des Pferdestalls empfahl ihr eBalance. Sie hatte selber gute Erfahrungen mit dem Online-Programm gemacht, mit dem sich Kalorienaufnahme und -verbrauch dauerhaft ins Gleichgewicht bringen lassen.
Seit Claudia Toro eBalance-Mitglied ist, verbraucht sie zusätzlich Energie beim Schwimmen, Laufen und Velo fahren. «Ich akzeptiere heute, dass mein Mann derweil lieber gemütlich daheim bleibt. Und er versteht, dass mir Sport Spass macht, zumal er davon profitiert, dass ich danach glücklich und ausgeglichen bin. So stimmt es für beide.»
Gemeinsam eBalance-Gerichte geniessen
Einen Konsenz fand das Ehepaar ausserdem beim Essen. Der Arzt hatte Claudia Toros Mann geraten, wegen seiner vielen nächtlichen Atemaussetzer, einer Schlafapnoe, fünf bis acht Kilos abzunehmen. «Ich schlug Juan Fernando deshalb vor, gleich nach meiner eBalance-Kalorienberechnung für ihn mit zu kochen.» Ihre einzige Bedingung: Er musste alles mitessen.
Er hielt sich gerne daran, denn bei eBalance gibt es keine Ernährungsvorschriften, aber eine riesige Auswahl an Rezepten für leichte, ausgewogene Gerichte. «Viele davon schmecken wirklich super gut», sagt er. Dank ihnen sei er trotz seiner beruflichen Reisen und der damit verbundenen eher ungesunden Verköstigung fast acht Kilo und gleichzeitig seine Schlafapnoe samt Sauerstoffapparat losgeworden.
Unnötige Kalorien einsparen
Noch immer greift Claudia Toro gerne auf die Rezepte zurück, einen ganzen Ordner voll hat sie sich ausgedruckt. «Sie lassen sich gut mit meinem Berufsalltag verbinden, da es für den Mittag auch ganz schnelle gibt», sagt sie. «Um mein Kalorien-Tagebuch zu führen oder um rasch etwas nachzuschauen, benutze ich dagegen meinen iPad, das ist sehr praktisch.»
Wo sich unnötige Kalorien einsparen lassen, weiss sie freilich längst auswendig. Bei der Zubereitung der meisten Speisen genügt ihr ein Kaffeelöffel Öl, Pouletbrüstchen brät sie in fettfreier Bouillon an, sie benutzt fettreduzierte Mayonnaise, Salatsaucen macht sie mit Quark leichter und aufs Brot kommt nur noch eine dünne Schicht Butter. «Dafür gönne ich mir dann auch mal etwas Nutella, darauf möchte ich nicht verzichten.»
Hilfreiche Tricks
Claudia Toro hat sich aber auch Tricks angeeignet, um mit dem Essen zu viel aufgenommene Energie gleich wieder zu verbrennen. Wenn sie weiss, dass Abendeinladungen anstehen, plant sie gezielt Bewegungseinheiten ein. «Manchmal auch etwas so Verrücktes wie bei 16 Grad Wassertemperatur zehn 50-Meter-Längen im Freibad schwimmen.»
Zudem hat sie herausgefunden, dass sich bei der körperlichen Aktivität «positive Schummelei» auszahlt. «Weil ich im Online-Tagebuch beim Sport jeweils eine weniger lange Dauer und weniger hohe Intensität eintippte, als ich effektiv geleistet hatte, stellte sich der Abnehmerfolg schneller ein als erwartet. Das war sehr motivierend.»
Neues Ziel anpeilen
Nachdem Claudia Toro ihr neues Gewicht stabilisiert hat, möchte sie es in nächster Zukunft um weitere 5 Kilo reduzieren. «Ich möchte einfach eine Sicherheitsreserve haben. Denn mehr als heute möchte ich nie mehr wiegen, auf diesem Level fühle ich mich rundum wohl und selber attraktiv.»
Versteht sich von selbst, dass sich Claudia Toro inzwischen wirklich darüber freuen kann, wenn ihr Mann voller Begeisterung ihre Figur lobt. «Das tat er zwar schon früher, damals entzückten ihn aber besonders die Rundungen meines Hinterns», sagt sie und lacht. «Nun ist dieser in den Hintergrund gerückt. Dorthin, wo er auch hingehört.»
Jolanda Lucchini, 06.2013
Hinweis: Alle Fotos sind Originalaufnahmen und wurden nicht mit Softwareprogrammen bearbeitet. Die darauf abgebildeten Personen haben ihr schriftliches Einverständnis zur Veröffentlichung gegeben. Beachten Sie, dass eine Gewichtsabnahme individuell verläuft und nicht im Einzelfall vorhergesagt werden kann.