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«Durch dick & dünn»:
Kein Scherz!

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«Durch dick & dünn»:
Kein Scherz!


Dr. Heinrich von Grünigen ist nicht nur eine Radiolegende, sondern auch bekannt für seinen Kampf gegen das Übergewicht. Und das sowohl als Präsident der Schweizerischen Adipositas-Stiftung (SAPS) wie auch als Privatperson. Viel Spass mit der neuen Folge seiner eBalance-Kolumne «Durch dick & dünn»!


Man stutzt und wundert sich. Als verwerflich auf dem Markt der Gewichtsreduktion gelten jene Diät-Anpreisungen, die sich in den Inseraten sinngemäss so anpreisen: Essen Sie, was und so viel Sie wollen, verzichten Sie auf nichts, treiben Sie keinen Sport und lassen Sie trotzdem die Pfunde purzeln!

Solche «Diäten» seien des Teufels und trieben Schindluder mit Adipositas-Betroffenen, die in ihrer Verzweiflung nach jedem Strohhalm greifen… das einzige, was dabei abnimmt, sei der Geldbeutel, werden wir nicht müde mahnend zu betonen, wenn solche Anpreisungen auftauchen.

Und jetzt hören und lesen wir von der «Refill Diet», der «Wiederauffüll-Diät», die in dieser Woche landesweit dazu führen soll, dass alle, die sie praktizieren, sage und schreibe 13,3 Kilo «abnehmen» werden. Wie kann es sein, dass eine angesehene Werbeagentur und eine Reihe von ehrenhaften Gross-Anbietern von Lebensmitteln sich auf eine solche «Wahnsinns-Diät» einlassen und uns zum Mitmachen ermuntern?

Aufregung ist fehl am Platz. Beim Studium des Angebotes merkt man bald, dass es hier nicht darum geht, Körperfett abzubauen, sondern darum, Verpackungsabfall zu vermeiden. Das sind die 13,3 Kilo, die offenbar jeder Schweizer pro Woche an Wegwerf-Packungen und -Geschirr im Schnitt verursacht. Daher zielt die Aktion darauf ab, dass wir uns Take-Away-Verpflegung in unser eigenes mitgebrachtes Geschirr abfüllen lassen.

Diese «Diät» dauert zunächst einmal diese Woche, also vom 5. bis zum 11. Juli. Sie läuft also synchron mit dem EU-weiten Verbot von Plastik-Einweggeschirr, das seit Beginn dieses Monats gilt (und aus dem sich die Schweiz offiziell heraushält, denn ein aufrechter Eidgenosse lässt sich ja nicht von fremden Vögten diktieren, ob und wann er die Umwelt und die Weltmeere verschmutzen darf…).

Interessant ist, dass es bis vor Kurzem verpönt war, an der Migros-Theke ein bereits verwendetes Gefäss mitzunehmen… das gehe aus Hygiene-Gründen nicht, wurde ich mehrmals beschieden. Aber nun ist die Zeit für ein Umdenken offenbar reif: halten wir uns an die Devise und essen wir zwar «normal», aber verzichten dabei auf neue Einweg-Gefässe und helfen damit, dass der Müllberg «abnimmt».

Vielleicht bürgert sich so ein neues Verhalten mit Langzeitwirkung ein.

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